Diagnose, Therapie und Vorbeugung von Herpes

Diagnose Herpes simplex

In der Regel wird die Diagnose einer einfachen Herpes simplex-Infektion mit Hilfe des klinischen Bildes gestellt, so dass es nicht notwendig ist, einen kostenintensiven Erregernachweis oder aber einen in den meisten Fällen nicht aussagekräftigen Antikörpertest durchzuführen.

Von entscheidender Bedeutung ist der Nachweis eines spezifischen Erregers allerdings bei schweren Erkrankungen. Darüber hinaus sind neurologische oder internistische Diagnoseverfahren sehr nützlich, wenn es sich um eine spezielle Herpes simplex-Erkrankung, wie etwa Herpes simplex-Retinitis, handelt. Bei Menschen mit Immundefekt oder aber bei Patienten, die sich einer Chemo-Therapie unterziehen müssen, besitzt die Herpes simplex-Diagnostik eine hohe Bedeutung ebenso wie bei immunsuppressiv behandelten Menschen beispielsweise nach einer Organtransplantation.

Behandlung des Herpes simplex

Grundsätzlich gilt: Da eine Zweitinfektion von Herpes simplex meist auf Grund einer Immunschwäche entsteht, sollte zu allererst eine Behandlung zur Stärkung des Immunsystems erfolgen.

Antivirale Therapie

Lippenherpes wird meist mit antiviralen Cremes zur äußeren Anwendung behandelt.
Lippenherpes wird meist mit antiviralen Cremes zur äußeren Anwendung behandelt.

In der Regel werden zur Behandlung von Lippenherpes antivirale Medikamente zur äußerlichen (Aciclovir-Lippencreme, Penciclovir, Indoxuridin, Tromantadin und Docosanol) und innerlichen (Aciclovir, Vakaciclovir, Famciclvir und bei Resistenzen Foscarnet) Anwendung verabreicht.

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Dauer etwa 5 Tage
Die übliche Therapiedauer liegt bei fünf Tagen und grundsätzlich sollte mit der antiviralen Behandlung so schnell wie möglich, d.h. 24 bis 48 Stunden, nach Auftreten der ersten Symptome begonnen werden. In neueren Therapieansätzen werden auch kürzere Einnahmephasen von ein bis drei Tagen befürwortet.

Darüber hinaus können im Rahmen einer Suppressionstherapie bei häufigen und starken Rezidiven antivirale Medikamente auch vorbeugend eingenommen werden.

Desinfektionsmittel

Zusätzlich dienen jodhaltige Lösungen und Chlorhexidin als Desinfektionsmittel, darüber hinaus sind sie keimreduzierend.

Schmerz- und entzündungshemmende Mittel

Zur symptomatischen Behandlung werden unter anderem Ibuprofen, Diclofenac, Paracetamol und Lokalanästhetika verwendet.

Spezielle Herpespflaster unterstützen den Wundheilungsprozess.
Spezielle Herpespflaster unterstützen den Wundheilungsprozess.

Bei Lippenherpes
Herpes- oder auch Fieberbläschenpflaster sind speziell zur Behandlung von Lippenherpes gedacht und enthalten in der Regel keinen Wirkstoff, optimieren allerdings den Wundheilungsprozess.

Bei Genitalherpes
Bei Herpes genitalis ist die Anwendung äußerlicher antiviraler Medikamente eher umstritten und wird von der Forschung in der Regel abgelehnt

Natürliche Mittel und Hausmittel bei Herpes

Honig und Grapefruitkernöl bei Lippenherpes
Häufig empfohlen werden Honig, prädestiniert durch seine antibakterielle Wirkung und Teebaumöl, welches ebenfalls einen antibakteriellen Effekt aufweisen soll. Gegen den Juckreiz empfiehlt sich Melissenöl und zum Austrocken der Bläschen kann Zahnpasta verwendet werden, auch Backpulver und schwarzer Tee sollen Linderung verschaffen. Besserung bei Lippenherpes kann auch durch Grapefruitkernöl erreicht werden.

Sitzbäder bei Genitalherpes
Zur nichtmedikamentösen Behandlung von Genitalherpes werden kalte Auflagen, Sitzbäder, das Tragen von Baumwollunterwäsche sowie eine geeignete Wundbehandlung empfohlen. Darüber hinaus wird langläufig verschiedenen Hausmitteln eine Wirkung in der Behandlung von Herpes simplex unterstellt, dessen tatsächliche Wirksamkeit bisher jedoch wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden konnte.

Komplikationen bei Herpes simplex

Komplikationen treten vor allem dann auf, wenn es im Rahmen einer Herpes simplex-Erkrankung zu einer Beteiligung anderer Organe wie etwa der Augen oder aber zu einer schweren Verlaufsform mit Nekrosen und Geschwüren kommt. Darüber hinaus können bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem zahlreiche weitere Komplikationen wie zum Beispiel eine Herpes bedingte Lungenentzündung auftreten. Auch bei HIV-Infizierten kommt es häufig zu schweren Verläufen der Erkrankung mit teilweise irreversiblen Haut- und Schleimhautveränderungen.

Weitere mögliche Komplikationen können das oben beschriebene Ekzema herpeticatum, Herpes simplex-Retinitis sowie die Herpes simplex-Enzephalitis (Hirnhautentzündung) sein. Daneben können folgende Komplikationen auftreten:

Generalisierter Herpes

Beim generalisierten Herpes wird das Virus über die Blutbahn verbreitet und es entsteht ein vorübergehender oder dauerhafter Befall innerer Organe, wobei eine Abgrenzung zu anderen Herpes-Erkrankungen meist schwierig ist. Die sogenannte Herpes simplex-Sepsis ist die schwerste Form des generalisierten Herpes und kann lebensgefährlich sein.

Die Bell-Lähmung

Als Bell-Lähmung wird eine durch das Herpes simplex-Virus Typ 1 hervorgerufene Form einer Lähmung der Gesichtsnerven bezeichnet, wobei die Ursachen dieser Erkrankung der Forschung noch nicht vollständig bekannt sind.

Herpes simplex in der Speiseröhre

Bei einer Herpes simplex-Ösophagitis handelt es sich um einer Infektion der Speiseröhre durch Herpes simplex-Viren, die nur als Zweiterkrankung auftreten kann.

Wie steckt man sich mit Herpes an?

Herpes simplex Viren gelangen durch die Haut oder die Schleimhäute in den Körper. Da fast alle Menschen Typ 1 bereits in sich haben, macht es Sinn, sich gegen Typ 2, den Verursacher des Genitalherpes, zu schützen.

Lippenherpes

Herpesviren werden per Tröpfcheninfektion übertragen. Küsse stellen zudem eine der größten Infektionsquellen dar.
Herpesviren werden per Tröpfcheninfektion übertragen. Küsse stellen zudem eine der größten Infektionsquellen dar.

Bei der Erstinfektion mit Lippenherpes, die hautsächlich durch Herpes simplex-Viren des Typs 1 übertragen wird, gelangen die Erreger durch Verletzungen der Haut oder der Schleimhäute in den Körper und vermehren sich in den jeweils infizierten Zellen allmählich. Über die Nervenbahnen gelangen sie zu den sensorischen Ganglienzellen, wo sie sich festsetzen und lebenslang fortdauernde unterschwellige Infektionen hervorrufen können. Eine Zweiterkrankung (Rezidiv) erfolgt dann in der Regel bei einem geschwächten Immunsystem.

Da die Viren hauptsächlich von Mensch zu Mensch über sehr engen Körperkontakt übertragen werden, stellen das Küssen und Schmusen die größten Infektionsquellen dar. Darüber hinaus kann Lippenherpes durch Husten oder Niesen (Tröpfcheninfektion) übertragen werden. Grundsätzlich gilt allerdings, dass die Lippenherpesviren zur Ansteckung aktiv sein müssen.

Genitalherpes

Beim Herpes genitalis handelt es sich um eine sexuell übertragbare Viruserkrankung, die entsprechend beim Geschlechtsverkehr durch Kontakt mit der Haut, den Schleimhäuten sowie durch den Austausch von Körperflüssigkeiten oder Oralverkehr übertragen wird.

Wie kann man Herpes vorbeugen?

Derzeit gibt kein Mittel zur Prävention einer Herpes simplex-Erkrankung. So existiert bislang keine vorbeugende Impfung noch eine anderweitige medikamentöse Behandlung, um ein Rezidiv (Sekundärinfektion, Zweiterkrankung) zu verhindern.

Starkes Immunsystem als bester Schutz
Entsprechend bietet ein intaktes Immunsystem noch immer den besten Schutz Herpes simplex. Hierzu tragen vor allem eine ausgewogene Ernährung, Sport, genügend Schlaf sowie der Verzicht auf Alkohol, Zigaretten und anderweitige Genussmittel bei. Daneben führen längere psychische Belastungen und Stress zur Beeinträchtigung des Immunsystems, weshalb man versuchen sollte, derartige Risikofaktoren zu minimieren bzw. professionelle Betreuung zu deren Bewältigung in Anspruch zu nehmen.

Länger anhaltende und starke UV- Einstrahlung sollte ebenso vermieden werden wie zu intensives Sonnenbaden. Möchte man nicht ganz darauf verzichten, sollte die Lippen- und Mundpartie auf jeden Fall durch entsprechende Sunblocker mit hohem Lichtschutzfaktor geschützt werden.

Darmsanierung

Als eine natürliche Maßnahme zur Vorbeugung von Herpes gilt landläufig die Darmsanierung. Da sich ein Großteil des Immunsystems des Menschen in der Darmschleimhaut des Dünndarms befindet und deren Funktionsfähigkeit von der Darmgesundheit abhängt, macht eine Darmsanierung zur Vorbeugung durchaus Sinn.

Vor diesem Hintergrund wird klar, dass die Leistungsfähigkeit des menschlichen Immunsystems und somit auch die Gesundheit des Menschen vom Zustand des Darmes abhängen, denn nur ein intaktes Immunsystem ist in der Lage, die Herpes-Viren zu bekämpfen.